Speckstein
ist ein natürlich vorkommendes Gestein und heißt so, weil er sich speckig bzw. fettig anfühlt.
Speckstein besteht hauptsächlich aus Talk (nicht zu verwechseln mit Talg). Verschiedene Mineralien im Stein geben ihm unterschiedliche Farben (grau, grün, weiß, rosa, schwarz, braun, beige, marmoriert) und Härten.
Specksteinvorkommen gibt es in Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Norwegen, Finnland, Ukraine, Russland, Kanada, Brasilien, Afrika, Indien und China. In Deutschland wurde Speckstein bis vor wenigen Jahren in der Nähe von Wunsiedel im Fichtelgebirge abgebaut.
Schon vor tausenden von Jahren wurde Speckstein zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen wie Kochgeschirr, Wasserbecken oder anderen Gefäßen genutzt, z.B. im antiken Griechenland oder bei den Wikingern. In Afrika – Simbabwe, Guinea, Sierra Leone – wurden aus Speckstein Figuren in Menschen- und Tiergestalt hergestellt. Die kanadischen Inuit fertigten Tranlampen und kleine Skulpturen aus Speckstein.
Heute werden daraus Specksteinöfen hergestellt wegen ihrer außerordentlich langen Wärme-
speicherfähigkeit. Gemahlener Speckstein (Talkum) wird industriell verwendet, z. B. in der Kunststoff-, Keramik-, Glas-, Papier-, Farben- und Autoindustrie und auch als Grundstoff für Kosmetika.
Auch im Kunstunterricht und in der Kunsttherapie kommt Speckstein zum Einsatz, da er relativ weich und dadurch leicht zu bearbeiten ist.
Aus diesem Grund arbeite auch ich gerne mit Speckstein. Mit Raspeln und Schmiergelpapier, manchmal auch mit Bohrer und Säge, gebe ich dem Stein die gewünschte Form. Wegen des feinen Staubes trage ich dabei einen Atemschutz.
Ich lasse mich durch den Stein inspirieren und fange dann relativ schnell an, ohne Plan, ohne Skizze, ohne Modell und meistens auch ohne genaue Vorstellungen und Erwartungen. So ist das stressfrei für mich und Enttäuschung bleibt aus.
Die einzige Herausforderung für mich ist, dass ich mir genau überlegen muss, was ich wegmache, denn was weg ist ist weg.
Während des Arbeitsprozesses lasse ich mich immer wieder neu vom Stein inspirieren.
Unbearbeitete Specksteine haben alle eine ähnliche undefinierbare graue Farbe. Erst ganz am Ende, wenn der Stein glatt poliert und eingeölt ist, sieht man seine wirkliche Farbe. Es bleibt also bis zu Schluss spannend.